Aus dem Amerikanischen von Dietlind Falk und Lisa Kögeböhn
Worum geht’s?
Natalie und ihr Mann Caleb leben im Südwesten Idahos auf ihrer grossen Farm Yesteryear. Natalie ist Influencerin und «Tradwife», eine konservative Ehefrau, die sich bewusst für die Rolle der Hausfrau und Mutter entscheidet, während der Ehemann für das Familieneinkommen sorgt. In den Sozialen Medien zelebriert sie ihr Familienleben, inklusive Selbstverwirklichung durch Kochen, Backen und Erziehung ihrer fünf Kinder, was ihr alles locker von der Hand zu gehen scheint. Dass im realen Leben nicht alles so glänzt wie auf TikTok, merkt die Leserin schnell, denn hinter den Kameras helfen Natalie zwei Nannys und eine professionelle Influencerin, die ihren Content kreiert, und die Arbeit auf der Farm wird vorwiegend von Mexikanischen Hilfsarbeitern erledigt.
Dann wacht Natalie eines Tages plötzlich vermeintlich Mitte des 19. Jahrhundert auf und ist gezwungen, das Leben zu leben, das sie online so verherrlicht hat. Doch sie hasst es. Wie kam sie dorthin? Durch eine Zeitreise? Oder befindet sie sich in einer Reality Show? Wer steckt hinter dem Ganzen?
Was mir am Buch besonders gefällt
Die Idee mit dem Zeitsprung fand ich faszinierend, die Ausführung wurde meinen Erwartungen leider nicht ganz gerecht, ein bisschen mehr Tempo durch Straffung hätte dem Buch gutgetan. Interessant am Roman
fand ich vor allem die Kritik an der Influencer-Kultur und am bizarren Hausfrauen-Revival, und mir gefällt der Ansatz, dass Natalie eine unzuverlässige Erzählerin ist. Den Twist am Ende mochte ich nicht, trotzdem eine definitive Leseempfehlung!
Und die Filmrechte sind bereits verkauft.
Originalton aus dem Buch
Sobald ich wusste, was zu tun war, rief ich meine Mutter an und erzählte ihr von meinem Plan, und sie rief sämtliche Makler an, die sie kannte, und diese Makler machten sich umgehend an die Arbeit. Ihr Eifer war natürlich keine Überraschung, wir waren Traumkunden. Ein wohlhabendes junges Paar auf der Suche nach einem riesigen Stück Land – und wenn ich riesig sage, dann meine ich auch riesig, wies ich meine Mutter an, die wiederum die Makler anwies.
Wir wurden mit Angeboten überschüttet. Das Grundstück, das wir am Ende kauften, war bereits am ersten Tag in meinem Postfach gelandet.
Es handelte sich um eine alte Rinderfarm, die über die Jahre verfallen war. Zweihundert Hektar, eingebettet zwischen zwei Gebirgszügen im Südwesten Idahos. Es gab uralte Wälder und saftige Weiden, eine mehr als hundert Jahre alte Streuobstwiese mit Apfelbäumen und jede Menge kleinerer Bächlein, die kreuz und quer das Grundstück durchzogen, das auf einer Länge von etwa tausend Fuss an den forellenreichsten Fluss des Bundesstaates grenzte.