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Rachel Khong: Real Americans (Kiepenheuer & Witsch, 2026)

Worum geht’s?

 

New York 1999: Die 22-jährige Lily, Tochter chinesischer Einwanderer und unbezahlte Praktikantin in einem trendigen Medienunternehmen, verliebt sich in Matthew, gutaussehend, typisch amerikanisch, reicher Erbe eines Pharmaimperiums. Trotz kultureller und sozialer Unterschiede werden die beiden ein Paar, Lily wird schwanger.

 

2021 lebt Lilys Sohn Nick mit ihr allein auf einer abgelegenen Insel vor Seattle. Seinen Vater hat er nie kennengelernt. Die Lesenden begleiten ihn auf der Suche nach dem Vater und entdecken zusammen mit die Geheimnisse seiner Herkunft.

 

San Francisco 2030: Lilys Mutter Mai lernt ihren Enkel Nick kennen und denkt darüber nach, ob sie im Leben die richtigen Entscheidungen getroffen hat, sowohl privat als auch in ihrem Beruf als Wissenschaftlerin. In den 1960-er Jahren liess sie mitten in Maos Kulturrevolution ihre Jugendliebe in Peking zurück und entschied sich für eine Zweckheirat, um nach Amerika auszuwandern.

 

Was mir am Buch besonders gefällt

Die Autorin handelt Themen wie Herkunft, Identität, Chancen im Leben und das Streben nach Zugehörigkeit ab, wobei vor allem der technologische Fortschritt kritisch hinterfragt wird. Die grosse Frage ist: Was macht uns zu dem, was wir sind? Unterhaltsam und kurzweilig geschrieben, wenn auch nicht alle drei Teile gleich überzeugen.

 

Originalton aus dem Buch

Überall in Matthews Eigentumswohnung gab es Spiegel, deshalb war es, als teilten wir uns die Räume mit unseren Doppelgängern. Wenn er mich im Arm hielt, betrachtete ich uns instinktiv im Spiegel. Es war, als würde man auf einen blauen Fleck drücken, um zu sehen, ob es noch wehtat. Ich wollte sehen, wie unvereinbar wir waren, als Paar, wie gegensätzlich unsere Körper: er blond, durchtrainiert, gross; ich mit meinem glatten, schwarzen Haar und der Durchschnittsgrösse und dem Gesicht, das, wie ich glaubte, nicht gut aussah, solange ich nicht geschminkt war. Es war ein Gesicht, das die Leute fragen liess: Woher kommst du?

 

Im Spiegel sah ich einen typischen amerikanischen Mann mit einer ausländischen Frau, obwohl ich genauso typisch amerikanisch war.

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